Willkommen auf unserem Internetauftritt!
In unserem Onlineshop finden Sie islamische Kleidung, Accessoires, eine kleine Auswahl an Parfüm-Ölen, Büchern und Geschenkideen.
In unserer Werkstatt wird die Kleidung nach eigenem Entwurf angefertigt. Hier besteht immer die Möglichkeit, Kundenwünsche einfließen zu lassen.
Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung, um Ihre Wünsche zu realisieren. Unter "Anfertigungen" gibt es einen kleinen Einblick in die Arbeit der Maß- und Wunschanfertigung.
Schreiben Sie uns einfach eine Email oder rufen Sie uns an!
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Interview mit der Islamischen Zeitung (Februar 2006)
Von Stoffen und SchnittenAuf die Bedürfnisse von muslimischen Konsumenten zugeschnittene Bekleidung - eine Branche mit Zukunft? Die deutsche Muslimin Naila Abd Al Gafer ist gelernte Schneiderin und Betreiberin eines Internet-Shops für muslimische Bekleidung www.naila-shop.de. Was Frau Abd Al Gafer von anderen vergleichbaren Händlern unterscheidet, ist, dass sie die von ihr angebotene Kleidung selbst entwirft und produziert, wobei sich das Angebot bisher noch, wie bei den meisten Läden und Internet-Shops im deutschsprachigen Raum, überwiegend auf Damenbekleidung beschränkt.
Islamische Zeitung: Frau Abd Al Gafer, könnten sie sich bitte kurz persönlich vorstellen?
Naila Abd Al Gafer: Ich bin gelernte Schneiderin und habe aufbauend an einer Hamburger Akademie Schnitttechnik gelernt. Diesen Beruf führe ich seit 2003 selbstständig im eigenen Atelier aus. Mir kam die Idee, meine eigene Kollektion für muslimische Frauen herzustellen, da ich merkte, dass dies ein Manko in Deutschland ist. Die Idee hatte ich zwar schon lange, aber nicht als Online-Shop, was aber das Naheliegendste war, weil ich damit auch bundesweit agieren oder auch in ganz Europa meine Ware anbieten kann und nicht auf eine Stadt beschränkt bin. So ist es möglich, viel mehr Menschen zu erreichen.
Islamische Zeitung: Haben sie einen bestimmten Stil für ihre Kleidung oder basiert alles eher auf Spontanität?
Naila Abd Al Gafer: Ich habe viel arabische, türkische oder auch indonesische Mode gesehen und es ist auch alles sehr hübsch und für festliche Gelegenheiten sehr ansprechend, aber mir liegt sehr am Herzen, dass ich Menschen, die hier leben, die hier berufstätig sind, bedienen kann, dass sie sich so einkleiden können dass es nicht zu, ich sage mal „außerirdisch“ aussieht. Das Tuch ist ein Punkt, wodurch man letztlich als Muslimin erkannt wird, aber letztendlich versuche ich mit der Mode oder Kleidung, die ich herstelle, Menschen so aussehen zu lassen, dass sie muslimisch gekleidet sind, aber nicht so, dass sie einem bestimmten Land zugeordnet sind - und wenn, dann eher europäisch.
Islamische Zeitung: Stellen Sie noch etwas anderes außer Kleidung her?
Naila Abd Al Gafer: Ich habe unter anderem ein paar Geschenkartikel und Accessoires in der Kollektion, wie zum Beispiel einen Kinder-Gebetsteppich. Da habe ich mir gedacht, dass das Kind so animiert wird, das Gebet mit mehr Freude zu verrichten.
Islamische Zeitung: Wie ist die Resonanz auf Ihre Ware?
Naila Abd Al Gafer: Sehr positiv, ich bekomme schon öfter mal ein Feedback, dass die Kleidung ganz toll geworden ist und dass ich von den Kunden weiterempfohlen werde.
Islamische Zeitung: Wird Ihre Webseite auch von Nichtmuslimen besucht?
Naila Abd Al Gafer: Ich habe bemerkt, dass es immer öfter nicht-muslimische Besucher gibt, die sich für die Seite interessieren. In Deutschland ist es schwer, Kleidung zu finden, die dezent und lang ist, wenn es dem derzeitigen Modetrend nicht entspricht. So habe ich auch ein paar Kunden, die aus der christlichen Religion kommen und die sich für einige Teile aus meiner Kollektion entschieden haben.
Islamische Zeitung: Ist es schwer als Frau, in dieser Branche und in der heutigen Zeit tätig zu sein?
Naila Abd Al Gafer: Also ich empfinde es jetzt nicht als so schwer. Wenn man ein bestimmtes Know-How hat, dann macht man einfach seine Arbeit. Da ich selbstständig arbeite und kaum Kundenverkehr habe, ist auch das Thema Kopftuch, das ich selbst trage, kein Problem im Beruf.
Islamische Zeitung: Würden sie diese Branche jungen Musliminnen weiterempfehlen?
Naila Abd Al Gafer: Das ist eine schwere Frage; von der Nachfrage her wäre es schon interessant. Wenn man ein Kopftuch trägt, kommt mit Sicherheit die Frage: „Was ziehe ich an, wie komme ich rüber?“ und man fängt an, sich Gedanken darüber zu machen, wie man an die Kleidung herankommt… und da ist vielleicht die Idee geboren, selbst etwas zu machen. Was ich aber noch sagen muss ist, dass es unabhängig vom Kopftuch oder von islamischer Mode Fakt ist, dass die Kleidung, die im Ausland hergestellt wird, wesentlich billiger ist als wenn man sie hierzulande komplett herstellt. Bei mir ist es so, dass ich sie komplett selber herstelle, ich entwerfe sie und erstelle die Schnitte selber. Dadurch ist es eben von den Preisen her nicht so einfach, das ganze zu vertreiben und zu vermarkten, anders als wenn man fertige Kleidung aus dem Ausland importieren würde. Von diesem Aspekt her würde ich es kaum weiterempfehlen, in die Textilbranche zu gehen. Aber im Grunde macht es natürlich dennoch Spaß und es ist eine sehr schöne Arbeit.
Islamische Zeitung: Haben sie auch zu anderen islamischen Textilfirmen im Ausland Kontakt, zum Beispiel in England, wo die islamische Bekleidungsbranche ja weiter entwickelt ist als hier?
Naila Abd Al Gafer: Im Moment noch nicht, wäre bestimmt interessant.
Islamische Zeitung: Ist die Konkurrenz vor allem der türkischen Firmen und Ladengeschäfte für islamische Bekleidung groß?
Naila Abd Al Gafer: Nein, das würde ich nicht sagen, da hat jeder sein spezielles Gebiet. Die türkische Mode hat sehr viele schöne Kleidung hervorgebracht und das auf ihre spezielle Art. Aber jeder hat so seinen Schwerpunkt.
Islamische Zeitung: Sehr geehrte Frau Abd Al Gafer, wir danken Ihnen für das Gespräch.
(Das Interview wurde geführt von Nesibe Özdemir und Fatima-Zahra Moubarrid.) 02.02.2006
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Viele muslimische Frauen tragen das Kopftuch aus religiöser Überzeugung. Das hat oftmals für heftige Diskussionen gesorgt. Jetzt haben Modedesigner in Europa eine Marktlücke entdeckt. Ausgefallene und trendige Kopftücher nicht nur für muslimische Frauen.
Frauen mit Kopftüchern sind in vielen Städten Deutschlands nichts Ungewöhnliches. Auch wenn dieses Stückchen Stoff am Kopf immer wieder für heftige Diskussionen sorgt, in der Mode ist das Kopftuch allerdings eine Quelle für neue Kreationen und auch ein lukratives Geschäft. So macht zum Beispiel eine türkische Bekleidungsfirma für Frauen mit Kopftuch jährlich über 250 Millionen Euro Umsatz.
Auch in Europa haben einige Modedesigner und Schneider eine Marktlücke entdeckt: Bekleidung, die auf die Bedürfnisse von muslimischen Konsumenten zugeschnitten ist. Zwar ist die Zahl der Klientel in Deutschland noch relativ klein, die Nachfrage wächst allerdings ständig. Denn auch wenn viele Musliminnen das Kopftuch aus religiöser Überzeugung tragen, ihr modisches Bewusstsein wollen sie aber damit nicht leugnen: Mode und Islam schließen sich gegenseitig nicht aus. Chamselassil Ayari berichtet:
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Es ist der Winterschlussverkauf. Die Kaufhäuser locken mit Rabatten. Vor allem Frauen stürmen die Wühltische. Auch eine 21-jährige Studentin mit Kopftuch, die ihren Namen nicht nennen will, möchte die begehrten Schnäppchen ergattern. Nach ihrer letzten Vorlesung macht die Tunesierin einen ausgedehnten Einkaufsbummel durch die Bonner Innenstadt. Für sie ist bei der Kleidung besonders wichtig: „Hauptsache die Farben passen zueinander. Meine Klamotten müssen breit sein und auch schön aussehen. Also ich ziehe das Kopftuch an, das heißt aber nicht, dass ich unmodern bin.“ Sie trägt ein hellblaues Kopftuch aus Baumwolle. Mit einer kleinen weißen Perlenbrosche wird das Ganze festgebunden. Beigefarbene Schuhe passen zum gleichfarbigen Mantel. Über der blauen Jeanshose trägt sie eine hellblaue Tunika. Farblich abgestimmt zum Kopftuch hat die Studentin eine Handtasche aus hellblauem Leder. Die junge Deutsch-Tunesierin hebt sich deutlich ab von der traditionellen Erscheinung der Migrantinnen der ersten Generation. Diese tragen meistens lange dunkle Mäntel. Aber es ist nicht immer einfach, trendige Kleidung zu finden, die gleichzeitig die islamischen Vorschriften erfüllen. Dies hat vor fünf Jahren eine junge Unternehmerin aus Kassel erkannt. Naila Abd Al Gafer, die selbst ein Kopftuch trägt, gründete einen Online-Shop, dort präsentiert sie ihre selbst entworfene und produzierte Mode:
Naila Abd Al Gafer:
„Ich beobachte gerne, ich schaue gerne, was ziehen die Leute an, wie kann ich das auf islamische Weise umsetzen: Raffungen oder Schnürungen, Wickeltechniken, oder Sonstiges. Was ist im Moment Mode, wie kann ich es so umsetzen, dass die Dame trotzdem bedeckt ist, aber sich irgendwo schon ein bisschen modischer fühlt, als sie eventuell vielleicht vorher sich gekleidet hat.“
Dafür hat die 30jährige Deutsch-Marokkanerin ein vielfältiges Angebot im Sortiment. Es gibt Hochzeits-, Alltags- und Abendkleider in vielen Farben und Stoffen. Die gelernte Schneiderin weiß, wie man westliche Mode für muslimische Frauen alltagstauglich machen kann:
Naila Abd Al Gafer:
„Im Islam ist es so, dass die Frau sich bis zum bestimmten Punkt bedecken soll. Sobald ein modisches Kleidungsstück diese Grenzen überschreitet, weil das Kleid zu kurz oder transparent ist, kann eine muslimische Frau da irgendwie versuchen, es anders zu gestalten, indem sie die Transparenz wieder entschärft, indem sie etwas darunter zieht zum Beispiel. Oder indem sie Kleidungsstücke kombiniert und sich trotzdem bedeckt zeigt. Und somit ist die Mode schon kombinierbar mit dem Islam, aber schon mit bestimmten Grenzen.“
Denn muslimische Frauen wollen vor allem eines nicht: Auffallen, sagt Naila Abd Al Gafer.
Kopftuch und Mode sind in einigen europäischen Ländern bereits Realität: So können muslimische Polizistinnen in London aus vier verschiedenen Kopftuchmodellen und Farben auswählen.
Sogar die britische Filiale des skandinavischen Möbelhauses Ikea hat für ihre Mitarbeiterinnen ein firmeneigenes Kopftuch entwerfen lassen. Die schulterlange Kopfbedeckung ist dunkelblau und hat ein gelbes Firmen-Logo auf der Rückseite.
Bereits 1999 entwarf die junge Designerin Cindy van der Bremen speziell für muslimische Schülerinnen in den Niederlanden Sportbekleidung. Die „Capsters“ - so heißen die Kopftuchmodelle, die man einfach über den Kopf zieht oder die man mit einem Klettverschluss befestigen kann.
Mode für muslimische Frauen entwerfen wollte auch die junge Berliner Designerin Catrin Weiland. Und zwar aus einem bestimmten Grund.
Catrin Weiland:
„Egal wie wir uns jetzt kleiden, wir sind alle unter diesen Stoffschichten Frauen. Und jede Frau weiß, was eine andere Frau denkt, einfach weil sie eine Frau ist. Und egal was wir drüber hinaus an religiösen Vorstellungen haben, es gibt ein Punkt, eine Ebene, auf der wir alle gleich sind.“
So entwarf Catrin Weiland fünf Kollektionen gezielt für junge muslimische Frauen mit Kopftuch. Seit 2004 präsentiert sie ihre Kleidung in Berlin bei einer Modegala rund um das Kopftuch. „Walk of Islam“ heißt die Modenschau, die von einem türkischstämmigen Veranstalter organisiert wird. Und Catrin Weiland war von Beginn an dabei mit ihren Kollektionen: Zum Beispiel mit Capes aus Leopardenfell-Imitat, Mänteln mit Karomuster, oder mit Kopfbedeckungen aus Stretch und Brillen. Die 25-jährige Designerin versucht islamische Kleidung mit zeitgenossischen Modetrends zu verbinden:
Catrin Weiland:
„Ich fände es total begrüßenswert, wenn sich für Europa ein eigener Stil oder eine eigene Richtung entwickelt. Ob man es Euro-Islam nennen mag, ist die Frage. Aber dass sich das auf Dauer einfach kreiert. Wir haben versucht, auch mitzuwirken. „Walk of Islam“ war ein Ansatz genau in dieser Richtung.“
Die bekennende konfessionsfreie Berlinerin trägt gerne ab und zu Kopftücher. Auch wenn dieses Geschäft für sie noch keine finanziellen Gewinne gebracht hat, will sie weiterhin neue Kollektionen entwerfen:
Catrin Weiland:
„Ich habe immer ganz darauf geachtet, dass ich mich mit Muslima unterhalte. Und ich fände es schön, wenn dieser Dialog weiterhin weiter geht und sich in der Richtung gut entwickelt.“
Fernab von den politischen Debatten und religiösen Auseinadersetzungen will die junge Designerin aber, dass man es den Frauen überlässt, ob sie Kopftücher tragen wollen oder nicht. Schließlich kann das Kopftuch auch ein modisches Accessoire sein.
(von Chamselassil Ayari, Deutsche Welle, 2008)
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